Verkehr in Taucha-Süd: Stadtrat soll elf Vorschläge der CDU prüfen | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 16.06.2026 10:08

Verkehr in Taucha-Süd: Stadtrat soll elf Vorschläge der CDU prüfen

Auch die Öffnung der Klebendorfer Straße zur Otto-Schmidt-Straße ist nun wieder auf dem Tisch. Ziel ist die Entlastung des Verkehrs rund um die Ernst-Barlach-Straße und den Gärtnerweg.

In der Max-Klinger-Straße fehlen Fußwege. Die CDU Taucha will das gern ändern lassen. (Foto: Daniel Große)
In der Max-Klinger-Straße fehlen Fußwege. Die CDU Taucha will das gern ändern lassen. (Foto: Daniel Große)
In der Max-Klinger-Straße fehlen Fußwege. Die CDU Taucha will das gern ändern lassen. (Foto: Daniel Große)

Wie kann der Verkehr im Süden von Taucha künftig besser gelenkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Stadtrat am kommenden Donnerstag. Grundlage sind drei Anträge, welche die Stadtverwaltung aus einem von der CDU-Fraktion im Januar vorgelegten Verkehrskonzept für Taucha-Süd abgeleitet hat. Zur Abstimmung steht zunächst nicht die Umsetzung der Vorschläge. Vielmehr soll der Stadtrat die Verwaltung beauftragen, insgesamt elf Einzelmaßnahmen näher zu prüfen.

Das Konzept konzentriert sich auf das Gebiet südlich der Leipziger Straße. Die CDU sieht dort seit Jahren ungelöste Probleme. Genannt werden zusätzliche Verkehre durch neue Wohn- und Gewerbeprojekte, enge Straßen, fehlende Fußwege, hoher Parkdruck und schwierige Begegnungssituationen. Verschärfen könnte sich die Lage nach Ansicht der Fraktion durch Bauvorhaben wie Bogumils Park und weitere Bebauungen im Gebiet des Bebauungsplans 8a/C (Klebendorfer Straße).

Die CDU verweist außerdem auf das Radwegekonzept von 2022. Darin wurde für den Bereich Gärtnerweg, Ernst-Barlach-Straße und Max-Klinger-Straße bereits ein Prüfauftrag mit hoher Priorität formuliert. Auch beim kommunalen Verkehrsworkshop 2023 hätten Einwohner unter anderem Durchgangsverkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen, fehlende Parkplätze und unzureichende Radwege kritisiert. „Unserer Auffassung nach fehlt bislang jedoch eine zusammenhängende Lösung, so Marcus Mittendorf, verkehrspolitischer Sprecher der Tauchaer CDU-Fraktion.

Drei Vorlagen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Vorschläge wurden von der Stadtverwaltung in drei Gruppen aufgeteilt. Dies stößt bei der CDU auf Unverständnis, da es aus ihrer Sicht das Verständnis der Zusammenhänge zwischen den Vorschlägen erschwert.

Die öffentliche Sitzungsvorlage 2026/039 umfasst vier Maßnahmen, die als nicht haushaltsrelevant bezeichnet werden. Geprüft werden soll zunächst eine unechte Einbahnstraße in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. Damit würde die Einfahrt in den schmalen Straßenabschnitt verhindert. Der Verkehr aus dem Bereich Bogumils Park soll stattdessen über die Leipziger Straße abfließen. Damit das gelingt, muss die Fahrtrichtung in der Karl-Marx-Straße gedreht werden – diese Maßnahme ist in der zweiten Sitzungsvorlage Thema.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die Max-Klinger-Straße. Dort fehlen nach Darstellung der CDU etwa 50 Meter Fußweg, um zwei bereits geplante oder bestehende Abschnitte miteinander zu verbinden. Vorgesehen ist eine Verschwenkung der Fahrbahn. „Diese Maßnahme ist dann sinnvoll umsetzbar, wenn die noch aus DDR-Zeiten stammende Straßenbeleuchtung ohnehin ersetzt werden müsste“, meint Marcus Mittendorf.
Hinzu kommen zwei Maßnahmen an der Einmündung von Gärtnerweg und Ernst-Barlach-Straße. Eine erhöhte Bordsteinkante soll verhindern, dass Fahrzeuge die Innenkurve schneiden und auf die Gegenfahrbahn geraten. Ergänzend werden eine gestrichelte Fahrbahnmarkierung sowie auf die Straße aufgebrachte Tempo-30-Hinweise vorgeschlagen.

Obwohl die Vorlage diese Gruppe als nicht haushaltsrelevant einordnet, nennt die beigefügte Vorprüfung erhebliche mögliche Umsetzungskosten. Für die Beschilderung der unechten Einbahnstraße werden rund 2.000 Euro angenommen. Die Verbindung des Fußweges könnte einschließlich Planung, Straßenbau und Beleuchtung etwa 440.000 Euro kosten, „wobei die absackende Straße sowie die Straßenbeleuchtung auch unabhängig davon in der Zukunft Ersatzinvestitionen erfordern“, ergänzt Mittendorf. Für Markierungen und eine Bordanpassung werden weitere rund 27.000 Euro veranschlagt.

Ampel, Einbahnstraße und Schulwegsicherheit

Die Sitzungsvorlage 2026/040 bündelt vier weitere, ausdrücklich haushalts- und planungsrelevante Maßnahmen. Laut Vorlage soll dieser Teil im Stadtrat nichtöffentlich behandelt werden.

Der umfangreichste Vorschlag betrifft die Karl-Marx-Straße. Die CDU möchte deren Fahrtrichtung zur Leipziger Straße hin ändern und an der Einmündung zur B 87 eine Ampel errichten lassen. Damit soll insbesondere Verkehr aus Bogumils Park auf kurzem Weg in Richtung Leipzig geführt werden. Die Verwaltung schätzt die Kosten für eine neue Lichtsignalanlage und den erforderlichen Straßenausbau zusammen auf rund 1,9 Millionen Euro. Für Änderungen an der Bundesstraße wären zudem weitere Genehmigungen erforderlich, die weitere Kosten verursachen.

In der August-Bebel-Straße schlägt die CDU eine Einbahnregelung als eine Möglichkeit zur Verbesserung des Verkehrsflusses vor. Dadurch könnten nach ihrer Vorstellung etwa 30 zusätzliche Längsparkplätze entstehen. Die Verwaltung verweist jedoch darauf, dass die gegenüberliegenden Schrägparkplätze in Teilen angepasst werden müssten und die betroffenen Flächen nicht der Stadt gehören. Für einen Umbau werden rund 300.000 Euro angenommen.

Ein weiterer Punkt betrifft das Schulcarré an der Klebendorfer Straße. Dort sollen an den typischen Laufwegen zur Grund- und Oberschule Fußgängerüberwege entstehen. Die CDU greift damit eine langjährige Forderung von Eltern auf und verweist auf einen Unfall im Jahr 2025. Nach der Vorprüfung wären unter anderem ein barrierefreier Ausbau, Baumfällungen und möglicherweise Veränderungen an einer Bushaltestelle erforderlich. Für Haltestellenausbau, Fußgängerüberweg und Baumfällungen werden zusammen mehr als 200.000 Euro angesetzt.

Zugleich soll geprüft werden, ob die drei Bushaltestellen auf einem Abschnitt von weniger als 300 Metern zusammengelegt werden können. Nach den Unterlagen benötigen die Leipziger Verkehrsbetriebe allerdings weiterhin zwei Haltestellen für den Linienverkehr und eine zusätzliche Ausfahrt.

Öffnung der Klebendorfer Straße und zeitweise Parkverbote

Die Öffnung der Klebendorfer Straße zur Otto-Schmidt-Straße war bereits mehrfach Thema in den vergangenen Jahren, auch wegen massiver Proteste der Anwohner. Eigentlich gibt es einen Grundsatzbeschluss, diese Öffnung nicht vorzunehmen.  (Foto: Daniel Große)
Die Öffnung der Klebendorfer Straße zur Otto-Schmidt-Straße war bereits mehrfach Thema in den vergangenen Jahren, auch wegen massiver Proteste der Anwohner. Eigentlich gibt es einen Grundsatzbeschluss, diese Öffnung nicht vorzunehmen. (Foto: Daniel Große)
Die Öffnung der Klebendorfer Straße zur Otto-Schmidt-Straße war bereits mehrfach Thema in den vergangenen Jahren, auch wegen massiver Proteste der Anwohner. Eigentlich gibt es einen Grundsatzbeschluss, diese Öffnung nicht vorzunehmen. (Foto: Daniel Große)

Die dritte öffentliche Vorlage trägt die Nummer 2026/041. Im Mittelpunkt steht die bislang für den allgemeinen Autoverkehr gesperrte Verbindung der Klebendorfer Straße zur Otto-Schmidt-Straße. Die CDU schlägt eine dauerhafte Öffnung und Widmung für den Straßenverkehr vor. Diese Idee geistert seit Jahren durch die Verwaltung und den Stadtrat. Stark gemacht hatte sich dafür unter anderem die BI Taucha-Süd, in der Mittendorf einst auch Mitglied war. Ziel: die so genannte „Feuerwehrsiedlung“ rund um Ernst-Barlach Straße und Gärtnerweg entlasten. „Durch eine Öffnung der Klebendorfer Straße könnten Fahrzeuge aus Teilen des südlichen Wohngebiets der Klebendorfer Straße direkter in Richtung Leipzig fahren“, so Mittendorf.

Die Fraktion beruft sich dabei auf eine Verkehrsuntersuchung des Büros Eibs aus dem Jahr 2017. Diese wäre für den damaligen Planungshorizont 2025 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Öffnung grundsätzlich verkehrlich in beiden Richtungen möglich wäre. Die heutige Verwaltungsvorprüfung weist allerdings darauf hin, dass eine Baustellenregelung mit wechselndem Vorrang nicht als dauerhafte Lösung genehmigt werden könne. Nach Einschätzung der Verwaltung wäre deshalb nur Einrichtungsverkehr möglich. Für einen provisorischen Verkehrsversuch, der Ende 2019 bereits vom Stadtrat abgelehnt wurde, werden 75.000 Euro genannt. Eine dauerhafte Lösung könnte einschließlich Planung rund 270.000 Euro kosten.

Zusätzlich sollen zeitlich begrenzte Parkverbote in Abschnitten der Klebendorfer Straße und der Friedrich-Engels-Straße geprüft werden. „Damit könnten problematische Begegnungen zwischen Fahrzeugen reduziert und Sichtbeziehungen für Kinder auf dem Schulweg verbessert werden“, erklärt Mittendorf und nennt beispielhaft ein Parkverbot zwischen 7 und 19 Uhr. Die Verwaltung warnt zugleich davor, dass freiere Straßen zu höheren Geschwindigkeiten führen könnten. Für die Beschilderung werden etwa 5.000 Euro veranschlagt.

Noch keine Entscheidung über die Umsetzung

Mit den drei Beschlüssen würde der Stadtrat zunächst lediglich vertiefte Untersuchungen veranlassen. Dazu gehören verkehrsrechtliche Bewertungen, Planungen, Abstimmungen mit Genehmigungsbehörden, Kostenermittlungen und Gespräche mit Anliegern. Erst danach könnte entschieden werden, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt und in künftige Haushalte aufgenommen werden.

Das CDU-Papier ist damit kein fertiger Verkehrsplan, sondern ein Bündel sehr konkreter Vorschläge. Die Debatte und Abstimmung am Donnerstag dürfte zeigen, welche davon eine politische Mehrheit für eine weitere Prüfung erhalten.



Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.

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