Am kommenden Donnerstag bekommt der Stadtrat den Wirtschaftsplan der städtischen Gesellschaft IBV (Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft Taucha mbH) für die Jahre 2026 bis 2030 zur Kenntnis auf den Tisch. Der Plan der zweiten städtischen Gesellschaft GBV soll erst später nachgereicht werden, weil nach Angaben der Kämmerei noch größerer Anpassungsbedarf besteht. Taucha kompakt hat reingeschaut und analysiert.
Für 2026 plant die IBV Umsatzerlöse von 7,913 Mio. Euro. Größter Block sind die Sollmieten aus Wohnungen mit 5,028 Mio. Euro. Hinzu kommen Umlagen von 2,115 Mio. Euro sowie kleinere Beiträge aus Gewerbe und Garagen. Das zeigt: Das Kerngeschäft bleibt die Bewirtschaftung von Wohnraum, ergänzt um umlagefähige Betriebskosten.
Beim Ergebnis fällt auf: Nach einem starken Jahr 2024 (Ist 982.103 Euro Jahresergebnis) lag der Plan 2025 deutlich niedriger. Für 2026 rechnet die Gesellschaft wieder mit 443.166 Euro Jahresergebnis. Das entspricht grob rund 5,6 Prozent vom Umsatz. Insgesamt vermittelt der Plan einen soliden Optimismus, weil die Gesellschaft finanziell handlungsfähig bleibt und gleichzeitig am Bestand arbeitet.
Die IBV will 2026 insgesamt rund 1,7 Mio. Euro für laufende Instandhaltung, geplante Maßnahmen und Wohnungsherrichtung einsetzen. Größere Posten sind dabei die laufende Instandhaltung (440.000 Euro), geplante Instandhaltung inklusive Umrüstung von Heizungsanlagen (640.000 Euro) sowie die Wohnungsherrichtung bei Aus- und Einzügen (685.000 Euro). Für Mieter in Taucha ist das unmittelbar relevant. Es geht um den Zustand der Wohnungen und um die Frage, wie die energetische Weiterentwicklung im Bestand vorankommt.
Konkret wird auch ein Projekt benannt: Im zweiten Halbjahr 2026 sollen, abhängig von einer Fördermittelzusage über die FRL „Preisgünstiger Mietwohnraum“ der SAB, acht Wohnungen im Objekt Thomas-Mann-Straße 9 bis 15 als Komplettsanierung zur Vermietung hergerichtet werden.
Im Investitionsplan für 2026 summiert die IBV 765.000 Euro. Genannt werden unter anderem Planungsleistungen, PV-Anlagen sowie mehrere Punkte unter „Nachhaltigkeit Umsetzung Gebäudeenergiegesetz (GEG)“, etwa Konzeptstudien und Heizungsumrüstungen. Außerdem stehen 100.000 Euro für ein digitales Einlasssystem im PartheBad im Plan, das in diesem Jahr installiert werden soll.
Für die Folgejahre wird in den Unterlagen betont, dass Investitionen grundsätzlich vorgesehen sind. Konkrete Ansätze ab 2027 würden aber noch nicht dargestellt, weil Kostenstruktur und Zeitschiene derzeit nicht belastbar genug seien. Als Perspektive wird ein mögliches Neubauvorhaben genannt: Das Baugrundstück gegenüber der Thomas-Mann-Straße 17 bis 33 kann nach dem B-Plan 58a „Ebertwiese“ für Geschosswohnungsbau entwickelt werden. Dort wären demnach bis zu 95 Wohnungen möglich.
Im Einzelwirtschaftsplan ist das PartheBad auch 2026 bis 2030 klar defizitär. Für 2026 wird ein geplantes Ergebnis von minus 201.550 Euro ausgewiesen, in den Folgejahren liegen die Verluste in ähnlicher Größenordnung. Gleichzeitig steigen zwar die Erlöse, die Gesamtkosten bleiben aber deutlich höher.
In den Unterlagen wird dazu die Linie beschrieben, dass die Gesellschaft Verluste bis 100.000 Euro selbst trägt. Darüber hinaus soll der städtische Haushalt einspringen. Begründet wird das mit dem Standortfaktor: Das Bad gilt demnach als Vorteil für die Attraktivität der Stadt und für die Bewohner.
Im Finanzplan ist für 2026 keine Kreditaufnahme vorgesehen. Gleichzeitig plant die IBV weiter hohe Tilgungen, 2026 sind 1,755 Mio. Euro angesetzt. Der Finanzmittelbestand soll trotz Investitionen und Tilgung zum Jahresende 2026 bei 1,952 Mio. Euro liegen und bis 2030 in der Planung auf 3,193 Mio. Euro steigen.
Der Anstieg erklärt sich in der Planung vor allem daraus, dass größere Investitionen für die Folgejahre erst dann konkret abgebildet werden sollen, wenn Kosten und Zeitplan klarer sind. Bis dahin wird Liquidität aufgebaut, um für anstehende Vorhaben finanziell vorbereitet zu sein.
Unterm Strich bleibt die IBV ein kommunales Unternehmen mit Daseinsvorsorge. Sie sorgt für stabile Mieten im eigenen Bestand - die durchschnittliche Kaltmiete lag zum 31. Dezember 2025 laut Geschäftsführer Gunnar Simon bei 6,25 Euro pro Quadratmeter. Das läge weit unter dem Tauchaer Durchschnitt der Angebotsmieten. Trotz dieser geringen Mieten investiert die IBV kontinuierlich in Instandhaltung und Wohnungsherrichtung. Gleichzeitig bereitet sie Maßnahmen zur Dekarbonisierungsstrategie im Gebäudebestand vor und unterstützt damit die kommunalen Ziele rund um die Wärmewende.