An der Heinrich-Heine-Straße in Taucha ist ein weiterer wichtiger Bauabschnitt erreicht. Für das neue Mehrfamilienhaus der Gruenfeldt Projektentwicklung GmbH wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert. Rohbau und Dach des Gebäudes stehen, die Fertigstellung ist für Mai 2027 vorgesehen.
„Dass ihr heute hier seid, erfüllt uns mit Dankbarkeit“, sagte Gruenfeldt-Geschäftsführer Jörg Zochert bei seiner Bauherrenrede vor den beteiligten Handwerkern, Planern und Gästen. Mit dem Richtfest sei die „Halbzeit zwischen Vision und Vollendung“ erreicht. Entstehen soll ein neuer Lebensort für insgesamt 15 Familien. Zochert dankte allen am Bau Beteiligten und verband damit den Wunsch, dass das Gebäude dauerhaft Bestand haben und seinen künftigen Bewohnern eine Heimat bieten möge. „Möge es in 100 Jahren noch stehen“, sagte der Projektentwickler.
Mit an dem Vorhaben beteiligt ist auch Richard Zikeli. Der in Taucha ansässige Unternehmer ist Mitgesellschafter der Projektgesellschaft und damit ebenfalls auf Bauherrenseite in das Projekt eingebunden.
Den traditionellen Richtspruch verlas Christian Bulowski, Zimmerermeister bei der Zimmerei Steffen Klotsche aus Ottendorf-Okrilla.
Das viergeschossige Mehrfamilienhaus entsteht auf dem Grundstück Heinrich-Heine-Straße 9 und 11. Geschaffen werden 14 Dreiraumwohnungen sowie eine Vierraumwohnung. Das Gebäude verfügt über zwei Hauseingänge mit jeweils eigenem Treppenhaus und Fahrstuhl.
Bereits bei der Vorstellung des Projektes Ende 2025 hatten die Initiatoren angekündigt, vor allem familiengerechten und barrierearmen Wohnraum schaffen zu wollen. Die Wohnungen erhalten Balkone, Fußbodenheizung und eine gehobene Ausstattung. Unter dem Haus entstand eine Tiefgarage mit 15 Stellplätzen.
Auch energetisch soll das Gebäude einen hohen Standard erreichen. Gebaut wurde und wird nach KfW-40-QNG-Standard. Eine Photovoltaikanlage mit zusätzlichem Speicher soll unter anderem die haustechnischen Anlagen mit Energie versorgen. Ziel ist ein möglichst niedriger Energieverbrauch und ein weitgehend CO₂-neutraler Betrieb.
Der Standard ist nach Angaben Zocherts nicht nur für die späteren Nutzer wegen niedrigerer Betriebskosten interessant. Auch für Käufer der Eigentumswohnungen ergeben sich durch die entsprechende Zertifizierung steuerliche Vorteile.
Anders als bei vielen vergleichbaren Bauvorhaben hat Gruenfeldt nicht darauf gesetzt, einen großen Teil der Wohnungen vor Baubeginn zu verkaufen. Das Projekt sei vollständig finanziert und könne unabhängig vom Stand der Vermarktung umgesetzt werden, hatte Zochert bereits bei der ersten Vorstellung des Projektes gegenüber Taucha kompakt erklärt.
Mit der eigentlichen Vermarktung soll nun nach dem Richtfest begonnen werden. „Wir wollten erst einmal bauen“, sagte Zochert. Interessenten könnten sich damit inzwischen ein wesentlich konkreteres Bild vom Gebäude und den Grundrissen machen.
Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für Mai 2027 vorgesehen. Damit liegt das Projekt weiterhin im ursprünglich genannten Zeitplan.
Jörg Zochert und sein Prokurist René Strauß zeigten sich beim Richtfest auch mit Blick auf die allgemeine Marktentwicklung optimistisch. Die Nachfrage nach Wohnraum sei weiterhin hoch, gleichzeitig hätten sich die Bedingungen für Projektentwickler und Bauherren wieder stabilisiert.
Vor allem die erheblichen Unsicherheiten bei Materiallieferungen und Baukosten, die die Branche in den vergangenen Jahren belastet hatten, seien deutlich zurückgegangen. Zeitweise habe Gruenfeldt bei Projekten während der laufenden Bauphase Kostensteigerungen von mehr als 30 Prozent verkraften müssen. Bei dem Tauchaer Neubau sei dies nicht der Fall gewesen. Für deutliche Preisrückgänge bei neuen Wohnungen sieht der Projektentwickler allerdings keinen Spielraum.
Neben Bau- und Finanzierungskosten spiele inzwischen vor allem der energetische Standard eine zunehmende Rolle für den Wert einer Immobilie. Gerade der Energieverbrauch werde für Käufer und Mieter immer wichtiger. Gruenfeldt habe sich deshalb bewusst für den KfW-40-QNG-Standard entschieden.
Zochert geht davon aus, dass sich der Markt auf dem derzeitigen Niveau weiter stabilisieren wird. Die weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum treffe inzwischen wieder auf verlässlichere Bedingungen beim Bauen. Für das Projekt in Taucha sei er deshalb „ganz optimistisch, dass es stabil läuft“.
Beim Bau setzt Gruenfeldt nach eigenen Angaben weitgehend auf Firmen aus der Region. Für Rohbau, Dach, Fassaden und Fenster arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Phoenix Komplettbau aus Leipzig zusammen. Die elektrotechnischen Anlagen übernimmt die Langer & Sohn GmbH aus Taucha. Für die Haustechnik mit Heizung, Lüftung und Sanitär ist die Pipe-tec GmbH aus Leipzig zuständig. Am Projekt beteiligt ist auch der Leipziger Architekt Frank Eilmann.
Mit dem Richtfest beginnt nun die nächste Bauphase. Nach Rohbau und Dach folgen Fassadenarbeiten, Haustechnik und Innenausbau. Läuft das Projekt weiterhin nach Plan, können die ersten Bewohner im Mai kommenden Jahres in die Heinrich-Heine-Straße einziehen.