Wer seit Mitte Mai an der Bushaltestelle Wachbergsiedlung in Dewitz wartet, blickt nicht mehr auf eine schlichte Rückwand. Drei großformatige Motive vermitteln Wissen über die Geschichte und die Umwelt des Ortsteils. Eines der Plakate lädt zudem zum Rätseln ein. Die Haltestelle ist das erste vollständig umgesetzte Beispiel eines neuen Projekts der Stadt Taucha. Weitere Standorte sollen bereits im Juli folgen.
Unter dem Motto „Wissen statt Warten“ sollen alltägliche Wartezeiten künftig genutzt werden, um interessante Fakten aus den Ortsteilen zu vermitteln. Gleichzeitig sollen die gestalteten Flächen das Ortsbild aufwerten und die Wartehallen besser vor Vandalismus schützen. Über den Motiven wurde deshalb eine spezielle Graffitischutzfolie angebracht. Verschmutzungen und Schmierereien lassen sich dadurch leichter entfernen.
Die Inhalte für die erste Wissenshaltestelle wurden vom Heimatverein und vom Zweckverband Parthenaue erarbeitet. Das grafische Design stammt von Valentina Schuster vom Verein Delitzscher Land e. V. Umgesetzt wurde die Folierung von der Firma NIEOWA aus Köthen. An der Planung waren die Rathausmitarbeiterinnen Lilly Mühlbach, Stefanie Wendt und Franziska Müller beteiligt.
Die Idee war ursprünglich in kleinerer Form für den Wettbewerb „Ab in die Mitte“ eingereicht worden. Einen Preis erhielt der Vorschlag nicht. Aufgeben wollten die Beteiligten das Vorhaben dennoch nicht. „Wir wollten das Projekt nicht fallenlassen und haben daraus schließlich ein größeres Vorhaben entwickelt“, sagt Lilly Mühlbach, Wirtschaftsförderin der Stadt Taucha.
Die Haltestelle in Dewitz diente dabei als Pilotprojekt und zugleich als Grundlage für einen Förderantrag. „Mit dem Pilotprojekt konnten wir die Förderung für fünf weitere Haltestellen beantragen“, erklärt Stefanie Wendt vom Fachbereich Bauwesen der Stadtverwaltung. Über das Regionalbudget Delitzscher Land stehen dafür rund 16.000 Euro zur Verfügung.
Gestaltungen sollen nach Infos aus dem Rathaus am Treesenweg in Sehlis, an der Hauptstraße am Ortsausgang von Seegeritz und an einer der Bushaltestellen in Merkwitz folgen. In Plösitz werden die beiden gegenüberliegenden Haltestellen an der Bergstraße mit unterschiedlichen Informationen versehen.
„Die Pläne und Ideen sind bereits weitgehend fertig. Aktuell werden die Inhalte zusammengetragen“, sagt Wendt. Die geförderten Maßnahmen müssen bis Ende August abgeschlossen sein. Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen die fünf Haltestellen etwa zeitgleich im Juli beklebt werden.
Für die geschichtlichen Informationen arbeitet der Heimatverein mit den jeweiligen Dorfvereinen zusammen. Auch die Freiwilligen Feuerwehren und die Klima-Initiative sind beteiligt. „An allen Standorten sollen wiederkehrende Themen wie Umwelt, Rätsel, Fakten zu Taucha, Geschichte und Wartezeit-Wissen aufgegriffen werden“, erklärt Lilly Mühlbach.