Wenn Leipzig im März wieder zur Welthauptstadt des Buches wird, bleibt die Begeisterung für Literatur nicht auf die Messehallen beschränkt. Auch die Nachbarstadt Taucha öffnet in diesem Jahr ihre Türen für Autoren und Lesebegeisterte. Vom 13. bis 20. März 2026 finden im Rahmen der Leipziger Buchmesse gleich vier Lesungen an verschiedenen Orten in der Stadt statt — ein Programm, das von Kinderliteratur über historischen Roman bis hin zu Weltliteratur und ökologischer Gegenwartsprosa reicht.
Den Anfang macht am 13. März eine Lesung, die sich an die Jüngsten richtet. Um 8.15 Uhr liest Sylvia Kabelitz in der Grundschule am Park aus „Reise nach Tripiti” von H. U. Steger — einem bezaubernden Bilderbuch-Klassiker, das bereits in den 1960er-Jahren im Diogenes Verlag erschien und bis heute nichts von seiner poetischen Kraft verloren hat. Die farbenfrohe Geschichte über eine bunte Reisegesellschaft aus Spielzeugfiguren dient dabei als Ausgangspunkt für ein interaktives Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern zum Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich und richtet sich ausschließlich an die Schüler.
Vier Tage später, am Dienstag, 17. März, kehrt die Lesereihe in die Grundschule am Park zurück — diesmal für das breite Publikum. Um 19 Uhr liest die Autorin Gila Freis aus ihrem historischen Roman „Die Landgräfin Jutta Claricia” — einem Werk, das das Leben einer mittelalterlichen Adligen lebendig werden lässt und Fragen nach Macht, Glaube und weiblicher Selbstbestimmung aufwirft. Besonders reizvoll ist das Format: Freis liest selbst, was der Veranstaltung eine unmittelbare, persönliche Atmosphäre verleiht. Für das leibliche Wohl sorgt die Bio Back Welt, die Speisen und Getränke bereitstellt. Der Eintritt ist frei.
Am Mittwoch, 18. März, lädt die Klima-Initiative Taucha um 18 Uhr in den L44 – Raum für Demokratie in der Leipziger Straße 44 ein. Im Mittelpunkt steht der Sammelband „Wir dachten, wir könnten fliegen”, herausgegeben von Matthias Jügler und erschienen im Penguin Verlag. Das Buch versammelt 19 literarische Geschichten, geschrieben etwa von T. C. Boyle, Alex Capus und Clemens J. Setz — über den Verlust von Tier- und Pflanzenarten und die Kraft der Literatur als Antwort auf das Artensterben.
Sylvia Kabelitz liest Auszüge aus dem Band, musikalisch begleitet von Heike Schröger. Die Kombination aus Wort und Klang verspricht einen berührenden Abend, der zum Nachdenken über den Zustand unserer natürlichen Welt einlädt. Der Eintritt ist frei; Getränke und Snacks sind gegen Spende erhältlich. Eine Anmeldung über die Klima-Initiative ist erforderlich. E-Mail: klima-initiative-taucha@posteo.de
Den krönenden Abschluss bildet am Freitag, dem 20. März, eine Lesung mit besonderem Charme: Um 17.30 Uhr lesen Marit Hempel und Sylvia Kabelitz in der Bio Back Welt in der Leipziger Straße 99 aus Haruki Murakamis „Die Bäckereiüberfälle” — und das an kaum einem passenderen Ort. Der japanische Weltautor erzählt in diesem surreal-komischen Kurzprosaband von zwei Freunden, die aus überwältigendem Hunger eine Bäckerei überfallen, und von den absurden Konsequenzen, die dieses Ereignis nach sich zieht. Die illustrierte Ausgabe im DuMont Verlag, mit Zeichnungen von Kat Menschik, ist längst ein Klassiker.
Der Eintritt ist frei, Speisen und Getränke sind vor Ort erhältlich. Eine Anmeldung in der Bäckerei ist möglich: montags und freitags von 7 bis 17 Uhr sowie samstags von 7 bis 11 Uhr.