Wie sah Taucha früher aus? Warum hat man früher in der Parthe gebadet? Und warum heißt der kleine Schöppenteich heute für viele Kinder einfach nur „Ententeich“? Mit solchen Fragen haben sich die dritten Klassen der Grundschule Am Park am vergangenen Freitag im Rahmen des FREI-Day beschäftigt. Gemeinsam mit dem städtischen Museum gingen die Kinder auf Stadtführung durch Taucha und bekamen dabei Geschichte nicht nur erklärt, sondern direkt vor Ort gezeigt.
Die beiden Klassen wurden dabei getrennt geführt. Die Klasse 3b war mit Museums-Chefin Ricarda Döring unterwegs, die Klasse 3a mit Mitarbeiterin Birgit Richter. Um sich besser orientieren zu können, erhielten die Kinder Stadtpläne. Das passte zum aktuellen Unterricht, denn die dritten Klassen beschäftigen sich derzeit mit Nordsachsen und Taucha. Gleichzeitig zeigte sich dabei auch, dass das Lesen von Stadtplänen für viele Kinder heute gar nicht mehr selbstverständlich ist.
Bei der Führung der Klasse 3a brachte Birgit Richter alte Fotografien mit und stellte den heutigen Stadtbildern frühere Ansichten gegenüber. So begann der Rundgang am Rittergutsschloss. Einst war das Areal stark verfallen. Anhand der Bilder wurde deutlich, wie das Gelände früher aussah, als dort unter anderem Schweineställe standen, und was inzwischen bereits geschafft wurde. Aktuell wird an der künftigen Bibliothek gebaut.
Auch der kleine Schöppenteich war Station der Tour. Die Kinder nannten ihn „Ententeich“ und lernten dabei, wie sich Ortsbezeichnungen im Laufe der Zeit verändern. Thematisiert wurde auch der frühere Name „Ochsenkopf“ sowie die Geschichte eines Lochs, in das Rosen gepflanzt worden waren. Sie stehen heute im Park beim Aussichtsturm gegenüber des Altersheims. Außerdem erfuhren die Kinder, warum der Schöppenteich früher auch „Gondelteich“ genannt wurde und dass es im Park einst sogar eine Freilichtbühne mit Bänken gab.
Weitere Stationen führten zur angrenzenden früheren Gaststätte, dem Café Sitz. Auch gingen die Kinder zum früheren Freibad und zur Parthe. Dort wurde erklärt, dass Menschen früher tatsächlich im Fluss badeten. Auch über Stadttore und Schranken, an denen beim Betreten der Stadt bezahlt werden musste, wurde gesprochen.
An der Badergasse wurde die Geschichte des Badehauses und seiner Grundmauern aufgegriffen. In der Bücherei ging es um ein besonderes Portal, das ursprünglich aus der Eilenburger Straße vom Münzhaus stammt und umgesetzt wurde. Außerdem erfuhren die Kinder, dass auf dem gegenüberliegenden Parkplatz einmal ein Stummfilm-Kino stand.
Besonders großen Eindruck hinterließ auch das 2019 restaurierte Seidemannhaus, das die Gruppe sogar von innen besichtigen konnte. Dort staunten die Kinder über die aufwändige Restaurierung und die rund 120 Jahre alten Fliesen. Zum Schluss richtete Birgit Richter noch einen Wunsch an die Schüler: Sie sollten mit Oma und Opa sprechen, sich erzählen lassen, wie es früher war, und gut zuhören. Gerade diese persönlichen Erinnerungen seien spannend und wichtig.