Mögliche Sichtungen eines aus dem Maßregelvollzug in Schkeuditz geflüchteten 22-Jährigen Straftäters sorgen in Taucha für Diskussionen. In sozialen Netzwerken berichten mehrere Tauchaer, den Gesuchten gesehen und die Polizei informiert zu haben. Zugleich kritisieren sie, dass daraufhin angeblich nichts passiert sei. Bislang ist nicht bestätigt, dass sich der Gesuchte tatsächlich in Taucha aufhält oder aufhielt.
Auf Nachfrage von Taucha kompakt teilte Tom Erik Richter, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, mit, dass in den vergangenen Tagen Hinweise in diesem Zusammenhang bei der Polizei eingegangen seien. „Den Hinweisen wird entsprechend nachgegangen.“
Richter erläutert zugleich, weshalb nicht jede Meldung dazu führt, dass ein Streifenwagen zum genannten Ort geschickt wird. „In einigen Fällen ist es hierfür aber nicht zielführend, einen Streifenwagen zu entsenden“, erklärt der Sprecher. Das gelte beispielsweise dann, wenn jemand mitteile, eine dem Gesuchten ähnlich sehende Person habe sich vor einiger Zeit an einem bestimmten Ort aufgehalten. Sei diese Person inzwischen nicht mehr dort, würden sich durch das Entsenden einer Streife in solchen Fällen keine neuen Erkenntnisse für die Suche ergeben.
Der 22-Jährige Straftäter war am Freitag, 25. September, gegen 16 Uhr bei einem Spaziergang vom Gelände des Maßregelvollzugs an der Leipziger Straße in Schkeuditz davongelaufen. Nach Angaben der Polizei ist er seit 2025 einstweilig untergebracht und befindet sich seitdem in einer Heilanstalt. Gegen ihn wurde ein Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Nachdem umfangreiche Suchmaßnahmen nicht zu seinem Auffinden geführt hatten, wandte sich die Polizei am 26. September mit einer öffentlichen Fahndung an die Bevölkerung. Grundlage dafür ist ein staatsanwaltschaftlicher Beschluss.
Laut der veröffentlichten Personenbeschreibung ist der Gesuchte etwa 1,78 Meter groß und von hagerer Statur. Sein Erscheinungsbild wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt. Er hat einen schwarzen Igelschnitt und einen Vollbart. Nach Polizeiangaben spricht er gebrochen Deutsch, seine Muttersprache ist Persisch. Zum Zeitpunkt seiner Flucht trug er eine hellblaue Windjacke, blaue Jeans und Turnschuhe. Eine Zusammenfassung ist auf der Fahndungsseite der Polizei Sachsen veröffentlicht.
Die Polizei warnt, dass aufgrund seiner bisherigen Taten eine Gefahr durch den 22-Jährigen nicht ausgeschlossen werden könne. Wer den Mann sieht, soll deshalb sofort den Notruf 110 wählen. Sonstige Hinweise zu seinem Aufenthaltsort nimmt die Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1 in Leipzig unter 0341 966 46666 entgegen. Auch jede andere Polizeidienststelle nimmt Hinweise an.