Die Klima-Initiative Taucha will im Herbst 2026 tausende Blumenzwiebeln pflanzen – für die Insekten, das Stadtbild und den Gemeinschaftssinn.
Taucha hat rund 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Und genau so viele Krokusse sollen es werden: mindestens einen für jeden Menschen in der Stadt. Was wie eine schlichte Rechenaufgabe klingt, ist in Wirklichkeit ein ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt, das die Klima-Initiative Taucha e.V. ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Im Frühjahr 2027 soll eine der Wiesen an der Bürgerruhe (Endstelle der Straßenbahn) in einem Blütenmeer aus leuchtenden Lila-, Weiß- und Gelbtönen erwachen – und das nicht nur zur Freude der Bürgerinnen und Bürger, sondern vor allem zum Wohl von Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten.
Hinter dem Projekt steckt mehr als bloße Verschönerung. „Nach dem Winter finden Insekten nur schwer Futter. Frühblüher sind dann oft die einzigen verfügbaren Nahrungsquellen – und Krokusse gehören zu den wertvollsten darunter”, sagt Karin Bauer von der Klima-Initiative. Besonders Wildkrokusse, auch Elfenkrokusse genannt, blühen außergewöhnlich früh und bieten Pollen und Nektar zu einem Zeitpunkt, an dem andere Pflanzen noch im Winterschlaf verharren. Mit ihren leuchtenden Farben und ihrem intensiven Duft locken sie Hummeln und Bienen an, wenn diese die Energie am dringendsten brauchen.
Geplant ist eine Krokuswiese von rund 160 Quadratmetern. Sind die Zwiebeln erst einmal in der Erde, beginnen sie sich mit der Zeit von selbst auszubreiten – aus 16.000 Pflanzen können in den Folgejahren deutlich mehr werden. Das Projekt ist damit nicht nur eine einmalige Aktion, sondern eine langfristige ökologische Investition in die Stadt.
Die Initiative setzt bewusst auf Gemeinschaft. Im September 2026 soll an der Bürgerruhe ein öffentliches Pflanzevent stattfinden, bei dem Groß und Klein gemeinsam die Krokuszwiebeln in die Erde bringen. „Je mehr zusammenkommt, umso größer wird die Sichtbarkeit der Aktion”, heißt es von den Organisatorinnen und Organisatoren. Hinter dem Projekt stehen Barbara Kolditz, Karin Bauer, Berndt Bauer und Hartmut Nevoigt – Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine lebenswertere und ökologisch reichhaltigere Stadt einsetzen.
Dass ein solches Vorhaben gelingen kann, zeigt ein Blick nach Mecklenburg-Vorpommern: Das Klimanetz MV aus Bad Doberan hat im Herbst vergangenen Jahres 100.000 Krokuszwiebeln gesetzt. Die rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt spendeten dafür zusammen 10.000 Euro. Die Erfahrungen der Bad Doberaner fließen nun in das Tauchaer Projekt ein – ein wertvoller Wissenstransfer zwischen engagierten Klimainitiativen.
Für die Aktion werden mindestens 1.500 Euro benötigt. Das Geld wird über die Klima-Initiative Taucha gesammelt. Und der Zuspruch lässt bereits aufhorchen: Drei Spenden à 50 Euro sind schon eingegangen – von Menschen, die die Initiative bislang nicht persönlich kennen. Für die Organisatorinnen und Organisatoren ist das ein ermutigendes Zeichen, dass die Idee über den engsten Kreis hinaus Anklang findet.
Wer die Aktion unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Krokus-Wiese” auf folgendes Konto spenden:
Wer über den Fortgang der Aktion informiert bleiben möchte, kann sich per E-Mail an klima-initiative-taucha@posteo.de melden.